Certificates for sewage treatment plants: How to

ZERTIFIZIERUNG OHNE KONFORMITÄT: WIE MAN NICHTKONFORMITÄTEN UND „ZAUBERKÄSTEN“ ERKENNT

Die Zertifizierung von Abwasseraufbereitungsanlagen ohne Konformität zu den geltenden Bestimmungen ist ein echtes Problem, da der Zertifizierungsprozess nicht immer den geforderten Standards entspricht. So bedauerlich das auch ist, es ist eine Tatsache. Wir werfen einen genaueren Blick auf das Problem und zeigen, wie sie erkennen, ob eine Anlage ihr Zertifikat zu Recht trägt oder nicht.

Viele Schiffe verfügen über eine Abwasserbehandlungsanlage, die nach den miteinander zusammenhängenden Vorschriften wie den MEPC-Richtlinien der IMO (IMO-Zertifikate), der EU Richtlinie über Schiffsausrüstung (EU-MED-Zertifikate) und dem Code of Federal Regulations (CFR) der USA (USCG-Zertifikate), die nicht zu den Unterzeichnern der IMO Abwasserregulierung gehören, zugelassen ist. Die Genehmigungsbehörden sind die Gatekeeper, die für die Prüfung und Bewertung der in Frage kommenden Technologien mit verschiedenen Merkmalen und Ansprüchen verantwortlich sind. Eine erfolgreich typgenehmigte Kläranlage ist die Basis für eine Reihe von Modellen mit den gleichen Konstruktionsprinzipien, die verschiedene Behandlungskapazitäten abdecken.

Es werden jedoch einige Kläranlagen auf dem Markt angeboten, die trotz offensichtlicher Nichtkonformitäten oder sogar wissenschaftlicher Unmöglichkeiten nach den aktuellen Standards der IMO MEPC.227(64) und/oder der US-Norm 33 CFR 159 zertifiziert sind. Schiffseigner und -betreiber sollten sich dieser Tatsache bewusst sein. Eine Kläranlage an Bord zu haben, die nicht nur zertifiziert ist, sondern die auch tatsächlich den Vorschriften entspricht und die Leistung den Vorschriften entsprechend erbringt, kann ihnen viel Ärger ersparen, wenn ihre Ausrüstung zur Vermeidung von Umweltverschmutzung von den Behörden inspiziert und getestet wird.

Nichtkonformitäten und „Zauberkasten“-Probleme treten in diesen vier Bereichen auf:

  • Handhabung von Klärschlamm
  • Verwendung von Chlor
  • Rezirkulation
  • Behandlung von Grauwasser

Die gute Nachricht ist, dass es relativ einfach ist, festzustellen, ob eine bestimmte Anlage gegen die Regeln verstößt. Wenn Sie die folgenden vier Fragen stellen, kommen Sie direkt zum Kern der Sache.

FRAGE 1:
WAS PASSIERT MIT DEM SCHLAMM?

Eine Kläranlage, die angeblich keinen Schlamm produziert, ist das klassische Beispiel dafür, was wir eine „Zauberkiste“ nennen. Das ist nicht nur eine Zertifizierung ohne Konformität, es ist eine wissenschaftliche Unmöglichkeit, da Schlamm ein unvermeidliches Nebenprodukt der Abwasserbehandlung ist (weiterführender Artikel hier). Diese Zauberkisten verfügen nicht über Technologien, den beim Klärvorgang entstehenden Schlamm zu separieren. Sie können nicht funktionieren, egal wie gut sie betrieben werden. Die Identifizierung des Zauberkastens ist einfach: Prüfen Sie, ob es Hinweise und Vorkehrungen zur Entschlammung gibt, z.B. ob ein spezieller Schlammspeichertank erforderlich ist.

FRAGE 2:
WENN CHLOR ZUR DESINFEKTION VERWENDET WIRD, GIBT ES EINEN SPEZIELLEN ENTCHLORUNGSSCHRITT?

Chlor kann bei der Desinfektion von biologisch behandeltem Abwasser wirksam sein. Um jedoch den Restchlorgrenzwert von 0,5 mg/l zu erreichen, ist ein Entchlorungsschritt erforderlich. Viele Kläranlagen sind jedoch ohne Entchlorung zertifiziert worden – eine weitere wissenschaftliche Unmöglichkeit angesichts der erforderlichen Dosierung und der kurzen Kontaktzeit (weiterführender Artikel hier). Zur Identifizierung dieses „Zauberkastens“ ist zu prüfen, ob im Behandlungsprozess eine Entchlorung vorgesehen ist.

FRAGE 3:
MUSS DER SCHLAMM WIEDER IN DEN SPEISETANK ZURÜCKGEFÜHRT WERDEN?

Die Rückführung von Klärschlamm zurück in den Zulauf einer Kläranlage ist in der Richtlinie für Typgenehmigungsprüfungen ausdrücklich verboten (siehe IMO MEPC.227(64) Paragraph 5.2.1 und 5.2.3 und Abbildung 1 und 33 CFR 159.121 Paragraph (c) und (d). Weiterführender Artikel hier). Sie kann die Behandlungskapazität künstlich aufblähen und durch das Ersetzen von Rohabwasser durch Klärschlamm, der bereits den Behandlungsprozess durchlaufen hat, die herausfordernden Eigenschaften von Rohabwasser drastisch reduzieren. Um solche Nichtkonformitäten zu erkennen, fragen Sie, ob der Klärschlamm in den Speisetank der Kläranlage zurückgeführt werden muss.

FRAGE 4:
WIRD DAS GRAUWASSER DER LETZTEN REINIGUNGSSTUFE DER KLÄRANLAGEN ZUGEFÜHRT?

Aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ist es sehr sinnvoll, Grauwasser zusammen mit Schwarzwasser in einem Prozess zu behandeln. Wenn dies geschehen soll, führt es zwangsläufig zu einer Kläranlage mit höherer Behandlungskapazität und größeren Abmessungen, um die zusätzliche Abwassermenge aufzunehmen. In einigen wenigen Fällen wurden jedoch auch Kläranlagen zertifiziert, bei denen das Grauwasser an die letzte Stufe der Abwasserdesinfektion angeschlossen ist. Dies macht die Desinfektionsstufe nicht nur wirkungslos, was zu einer schlechten Leistung der gesamten Anlage führt, sondern stellt auch eine Nichtkonformität dar (weiterführender Artikel hier). IMO MEPC.227(64) führte einen Verdünnungsausgleichsfaktor ein mit der Absicht, Kläranlagen, die Verdünnung (z.B. mit Meerwasser) als „Behandlungsprinzip“ anwenden, auszuschließen. Dieser Faktor Qi/Qe =1 bedeutet, dass das Einlaufvolumen zur Anlage dem Auslaufvolumen aus der Anlage entsprechen muss. Wenn Grauwasser der Kläranlage erst hinter dem Einlaufpunkt Qi zugeführt wird, dann ist der Faktor Qi/Qe <1. Diese Zertifizierung ohne Konformität zu erkennen ist einfach: Wenn die Kläranlage das Grauwasser behandelt, es aber nicht zu Beginn des Klärprozesses erhält, ist dies ein Verstoß gegen die Regeln.

ZUSAMMENFASSUNG

Seien Sie kritisch! Zertifizierung von Abwasseranlagen ohne Konformität mit den Regen kommt häufiger vor als man annehmen möchte. Es ist zwar sehr bedauerlich, dass man einem IMO-, MED- oder USCG-Zertifikat nicht blind vertrauen kann, aber es ist ziemlich einfach zu überprüfen, ob eine Kläranlage ihr Zertifikat zu Recht trägt oder ob sie gar nicht erst hätte zertifiziert werden dürfen. Betrachtet man die Kosten, die den Schiffs-Eignern und -Betreibern auferlegt werden können, wenn Anlagen offizielle Tests im realen Betrieb nicht bestehen, bleiben nur wenige Argumente für die Installation einer solchen Anlage, so klein oder günstig sie auch sein mag.

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US Forschungsschiff "RCRV Taani" mit HAMANN Abwassermanagementsystem

HAMANN ABWASSERTECHNOLOGIE FÜR NEUE US-FORSCHUNGSSCHIFFE

HAMANN liefert Abwassermanagementsysteme für drei neue US-Forschungsschiffe, die derzeit bei GULF ISLAND SHIPYARD in Houma, Louisiana, USA, im Bau sind.

Die 199 Fuß / 60 Meter langen REGIONAL CLASS RESEARCH VESSELS wurden von Glosten aus Seattle, USA, in Zusammenarbeit mit der OREGON STATE UNIVERSITY konstruiert. Sie bieten Unterkünfte und Arbeitsplätze für bis zu 16 Wissenschaftler*innen und werden von einer 13-köpfigen Crew betrieben. Ihr Einsatzzweck ist die Erforschung der küstennahen Meeresumwelt. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung spielten höchste Anforderungen an den Umweltschutz und eine möglichst geringe Geräuschentwicklung. Das umfangreiche Neubauprojekt wird von der NATIONAL SCIENCE FOUNDATION (NSF) finanziert und von der OREGON STATE UNIVERSITY geleitet.

Regional Class Research Vessel equippend with HAMANN sewage and wastewater technology

Das erste der drei Forschungsschiffe wird in diesem Jahr als „RCRV Taani 1“ vom Stapel laufen und von der OREGON STATE UNIVERSITY an der Westküste als Teil des UNIVERSITY-OCEANOGRAPHIC LABORATORY SYSTEM (UNOLS) in Betrieb genommen.

Die HAMANN Abwassermanagementsysteme an Bord der Forschungsschiffe sind für die Klärung von Schwarzwasser aus den Toiletten sowie Grauwasser aus Duschen, Waschbecken, Küchenspülbecken und Wäschereien ausgelegt und können in der Spitze 6.000 Liter Abwasser pro Tag behandeln. Als Basis werden HAMANN HL-CONT PLUS 025 Abwasserkläranlagen mit IMO MEPC.227(64) und USCG Type 2 (33 CFR 159) Zertifizierung verbaut. Die darin eingesetzte HAMANN DISSOLVED AIR FLOTATION (DAF) Technologie kommt ohne jegliche Filter und Membranen aus, wodurch die Anlagen besonders wartungsarm und zuverlässig sind. Auch starke Schwankungen im zu behandelnden Abwasservolumen aufgrund schwankender Personenzahlen an Bord sind für diese Anlagen kein Problem.

US Regional Class Forschungsschiff "RCRV Taani" mit HAMANN Abwassermanagementsystem

Hocheffiziente HAMANN Fettabscheider trennen die Fettanteile aus den Küchenabwässern, um Verstopfungen der Rohrleitungen durch Fettablagerungen und die Bildung von Schwefelwasserstoff in Haltetanks zu verhindern.

Automatisch gesteuerte HAMANN Tank-Belüfter kompensieren den Sauerstoffmangel bzw. Sauerstoffverbrauch in den Abwasserhaltetanks, der insbesondere in Verbindung mit zu hohen Fettanteilen im Abwasser die Bildung von giftigem und geruchsintensivem Schwefelwasserstoff und letztendlich von aggressiver Schwefelsäure begünstigt.

Weitere Informationen und Bildmaterial zu den REGIONAL CLASS RESEARCH VESSELS finden Sie unter folgendem Link. https://ceoas.oregonstate.edu/ships/rcrv/

Alle Grafiken mit freundlicher Genehmigung von Glosten, Seattle, USA.

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Begriffe der Abwasserbehandlung auf Schiffen: Abwasser, Schwarzwasser und Grauwasser. Welcher Begriff meint was?

ABWASSER-BEGRIFFE:
WAS IST GEMEINT?

Wenn es um die Abwasserbehandlung auf Schiffen geht, fallen die Begriffe Abwasser, Schwarzwasser und Grauwasser immer wieder, oft bunt durcheinandergewürfelt. Aber welcher Begriff meint was? Steigen wir ein!

WAS IST ABWASSER?

Abwasser ist als Oberbegriff zu verstehen und kann Schwarz- und Grauwasser zusammen oder auch einzeln bezeichnen, abhängig vom Zusammenhang. Im englischen wird der Begriff „Wastewater“ analog benutzt. Der Begriff Abwasser ist also wenig trennscharf.

WAS IST SCHWARZWASSER?

Der Begriff Schwarzwasser wird von Seiten der regulierenden Behörden nicht offiziell verwendet und ist deshalb nicht klar definiert. Im Allgemeinen wir der Begriff Schwarzwasser analog des englischen „Sewage“ benutzt. Der Begriff „Sewage“ wird von der IMO (Internationale Seeschifffahrtsorganisation) sowohl in der MARPOL-Konvention (Internationales Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe; „MARine POLution“) als auch vom IMO-Ausschuss für den Schutz der Meeresumwelt (MEPC) verwendet, wenn es um dieses Thema geht. Alle IMO-Resolutionen des MEPC zu diesem Thema sprechen von „Sewage“ und „Sewage treatment“. Daher werden IMO-Zertifikate für „Sewage treatment plants“ ausgestellt; darauf steht nicht „Wastewater treatment plants“.

MARPOL Annex IV definiert in Regel 1.3 „Sewage“ wie folgt:

„3. „Sewage“ bedeutet:
Entwässerung und andere Abfälle aus Toiletten und Urinalen jeglicher Art;
Entwässerung aus medizinischen Einrichtungen (Apotheke, Krankenstation usw.) über Waschbecken, Waschbecken und Speigatten, die sich in diesen Einrichtungen befinden;
Entwässerung aus Räumen, die lebende Tiere enthalten, oder
andere Abwässer, wenn sie mit den vorstehend definierten Entwässerungen vermischt werden.“

WAS IST GRAUWASSER?

Die IMO (International Maritime Organization) resolution MEPC.227(64) definiert in Punk 2.7 Grauwasser wie folgt:

„Grauwasser – ist die Entwässerung von Geschirrspülwasser, Küchenspülbecken, Duschen, Wäschereien, Bade- und Waschbeckenabläufen und umfasst nicht die Entwässerung von Toiletten, Urinalen, Krankenstationen und Räumen zur Tierhaltung im Sinne der Regel 1.3 des MARPOL Annex IV und die Entwässerung von Laderäumen.“

Um mehr über HAMANN Abwassertechnologie zu erfahren, bitte hier klicken!

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Food waste and wastewater handling onboard ships

Lebensmittelabfälle und Abwasser: Nicht mischen und kombinieren!

Lebensmittelabfälle gehören nicht in das Abwassersystem eines Schiffes, nicht nur in Bezug auf die Effizienz des Systems, sondern auch aus rechtlicher Sicht. Der Umgang mit Lebensmittelabfällen ist aus guten Gründen streng geregelt, und sie mit Hilfe des Abwassersystems verschwinden zu lassen, ist bestenfalls eine Nichteinhaltung. Die Entsorgung von Schiffsabwässern, die mit Lebensmittelabfällen vermischt sind, an Land verstößt gegen nationale Vorschriften zur biologischen Sicherheit und stellt eine potenzielle Biogefährdung für die lokalen Gemeinden und die Umwelt dar. Das Vermischen von Lebensmittelabfällen mit Abwasser an Bord eines Schiffes verstößt bereits gegen Anhang V der MARPOL-Konvention als solche.
Lebensmittelabfälle können sowohl Pflanzenschädlinge als auch Vieh- und Geflügelkrankheiten wie Schweinepest, Tollwut, Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe verbreiten. Einige Länder haben strenge Biosicherheitsvorschriften, die in die Zuständigkeit der nationalen Landwirtschaftsbehörden fallen, während in anderen Ländern Ad-hoc-Maßnahmen gelten.
Kurz gesagt, diese Vorschriften verlangen, dass Lebensmittelabfälle entweder ins Meer jenseits von 3 nm oder 12 nm vom nächstgelegenen Land ins Meer eingeleitet oder zur Entsorgung in die zugelassenen Anlagen verbracht werden. In der Zwischenzeit müssen sie so behandelt werden, dass sie auslaufsicher sind.
Anhang V des MARPOL-Übereinkommens der IMO lässt drei Wege für die Lebensmittelabfälle eines Schiffes zu: ins Meer (jenseits von 3 oder 12 nm vom nächsten Land entfernt), zu einer Verbrennungsanlage an Bord und zu den Hafenauffangeinrichtungen. Der tatsächliche Entsorgungsweg muss in einem „Garbage Record Book“ festgehalten werden.
Auf vielen Schiffen werden die Lebensmittelabfälle und ihre Derivate jedoch ganz oder teilweise in das Grauwassersystem geleitet, wo sie spurlos verschwinden. Die technischen Standards einiger Klassifikationsgesellschaften lassen es zu, dass Lebensmittelabfälle statt in einen Fäkalientank, wie in Abschnitt 2.9.2 des MEPC.259(71) vorgesehen, in die Abwasserkläranlage geschickt werden. Solche Standards schaffen eine weitere Nichtkonformität, weil die Abwasserkläranlage nicht zu den drei erlaubten Entsorgungswegen im Garbage Record Book gehört, das vom Schiffskapitän ausgefüllt und unterzeichnet wird.
Das nachstehende Diagramm veranschaulicht das Ausmaß potenzieller Nichtkonformitäten, wobei ein Lebensmittelabfallentsorger als eines von vielen möglichen Beispielen betrachtet wird.

Lebensmittelabfälle gehören nicht in das Abwassersystem

Lebensmittelabfälle, die von der linken oberen Ecke des Diagramms in das System gelangen, kommen niemals aus dem System heraus; sie verschwinden einfach. Verfolgt man die Linien zu den Hafenauffangeinrichtungen (PRF), wird deutlich, wie Lebensmittelabfälle getarnt an Land gelangen und den „zugelassenen Einrichtungen“, die von den lokalen Biosicherheitsvorschriften vorgesehen sind, entgehen. Von dort können sie auf landwirtschaftlich genutzten Flächen landen und Biosicherheitsrisiken mit sich bringen.
Lesen Sie den vollständigen Artikel von Dr. Wei Chen über The Martime Executive

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Remote support by HAMANN AG

REMOTE SUPPORT
DER HAMANN AG

Auch wenn dies eine schwierige Zeit für die Welt im Allgemeinen ist, in der wir mit der COVID-19-Pandemie konfrontiert sind, ist es ein guter Zeitpunkt, um über REMOTE SUPPORT zu sprechen. Der technischen Ausrüstung ist es egal, ob es ein geeigneter Zeitpunkt ist, um Probleme zu verursachen oder nicht. Was ist also zu tun, wenn der Kunde ein Problem nicht selbst lösen kann aber niemand zu ihm gelangt? Remote Support ist die Antwort.

REMOTE SUPPORT ist eine nachhaltige Art und Weise, technischen Kundensupport zu erbringen, denn er macht nicht nur in einer Krisensituation Sinn. Mit all den audiovisuellen Kommunikationsmitteln, die uns heute zur Verfügung stehen, können viele Probleme aus der Ferne gelöst werden, ohne dass Tausende von Kilometern physisch zurückgelegt werden müssen. Und die Reduzierung von Reisen, insbesondere von Flugreisen, hilft uns in einer weiteren Krise, die durch den aktuellen Virus von der Spitze der Nachrichten verdrängt wurde: der Klimakrise.

Doch was kann HAMANN REMOTE SUPPORT für unsere Kunden tun?

Zunächst einmal werden unsere hoch qualifizierten Servicetechniker mit dem Kunden per Telefon oder E-Mail kommunizieren, um das Problem einzugrenzen. Dann richten sie einen Videoanruf ein, und das Smartphone des Kunden ermöglicht es unseren Servicetechnikern, „an Bord“ zu kommen und sich die Anlage oder Komponente selbst anzusehen. Unter Anleitung durch die HAMANN Servicetechniker führt der Kunde die notwendigen Maßnahmen durch.

Es wird keine spezielle Ausrüstung benötigt, und der Zeit- und Arbeitsaufwand sowie die Kosten für eine REMOTE SUPPORT Sitzung sind weitaus geringer als der persönliche Einsatz eines Servicetechnikers vor Ort.

Aber natürlich gibt es Grenzen für das, was per REMOTE SUPPORT vernünftig gehandhabt werden kann. Die Notwendigkeit, einen Servicetechniker vor Ort einzusetzen, steigt mit der Komplexität des Problems, um das es geht. Unser erfahrenes Serviceteam berät unsere Kunden, wie ein bestimmtes Problem am besten gelöst werden kann.

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ABWASSERMANAGEMENT IST MEHR ALS EINE ABWASSERAUFBEREITUNGSANLAGE

von Dipl. Ing. Olaf Hansen, Head of Technical Department at HAMANN AG

In den letzten Monaten gab es in der Branche für Abwasser- und Klärtechnik einige bemerkenswerte und zum Teil verwirrende Aktionen bezüglich der Zertifizierung von Produkten. Aufgrund des zunehmenden Drucks sowohl von Seiten der Industrie als auch des Gesetzgebers wurden die Zertifikate für einige auf dem Markt befindliche Abwasseraufbereitungsanlagen von den Zertifizierungsstellen ausgesetzt oder zurückgezogen. Dies deutet darauf hin, dass das Zertifizierungssystem überarbeitet werden muss. Eine Gruppe von Branchenakteuren – wir gehören dazu – hat einen Handlungsbedarf zur Verbesserung der Richtlinien für die Zertifizierung von Abwasserbehandlungsanlagen gefordert.

Glücklicherweise ist es die Absicht vieler Schiffseigner, die Umweltauswirkungen ihrer Schiffe zu reduzieren oder einfach nur die bestehenden Vorschriften zu erfüllen. Tatsächlich sind diese Eigner einem hohen finanziellen Risiko ausgesetzt, wenn die Abwasserbehandlungssysteme an Bord nicht den geforderten Abwasserstandards entsprechen.

Weltweit werden die Behörden immer sensibler für die Meeresverschmutzung durch Schiffsabwässer. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die Maritime and Port Authority of Singapore (MPA Singapur), die gerade ein Rundschreiben an alle Eigentümer, Manager und Kapitäne von in Singapur registrierten Schiffen herausgegeben hat, in dem sie darauf hinweisen, dass Mängel in den Abwasseranlagen bisher der häufigste Grund für das Festhalten von Schiffen durch die Hafenstaatkontrolle im Jahr 2019 waren.

Wenn das Zertifikat einer in Betrieb befindlichen Anlage zurückgezogen wird, weil sie nicht den erforderlichen Abwasserstandards entspricht, könnte der Schiffseigner gezwungen sein, sie durch eine andere Anlage mit einem gültigen Zertifikat ersetzen zu lassen und/oder eine beträchtliche Geldstrafe zu zahlen.

In Anbetracht dessen ermutigen wir alle Schiffseigner und Werften, über die Zertifikate hinaus zu schauen und uns – die Hersteller – herauszufordern, Abwasserbehandlungssysteme zu liefern, die in Bezug auf Abwasserqualität, Bedienungsfreundlichkeit und Zuverlässigkeit leistungsfähig sind. Wir schlagen vor, die Perspektive zu erweitern und einen Blick darauf zu werfen, was ein Abwassermanagementsystem tatsächlich ist – oder sein sollte.

Abwassermanagement ist mehr als eine Abwasseraufbereitungsanlage an Bord zu haben. Ein Abwassermanagementsystem muss richtig konzipiert werden: Von der Abwassersammlung über die Schlammbehandlung bis zur Abwassereinleitung. Kläranlagen, Schwarz- und Grauwasserleitungen, Fettabscheider, Systemabscheider, die verhindern, dass sich Mikroben gegen den Strom aus den Abwasserleitungen in die Frischwassersysteme ausbreiten, Sammelbehälter, Tankbelüftung, Übergabesysteme, Schlammtanks, Schlammbehandlungsanlagen und Leistungsüberwachung sind Teil des Systems. Natürlich ist jedes Projekt anders. Daher muss ein Abwassermanagementsystem an die spezifischen Bedingungen an Bord angepasst werden.

Es gibt einige Schlüsselfaktoren, die die Leistung eines Abwasserbehandlungssystems beeinflussen. In erster Linie müssen Lebensmittelabfälle und Abwasserleitungen strikt getrennt werden. Lebensmittelabfälle haben einen wesentlich höheren BSB5-Wert (Biologischer Sauerstoffbedarf) als Rohabwasser und erhöhen daher die organische Belastung der Kläranlage stark. Grauwasser aus den Küchen muss durch einen entsprechend ausgelegten und dimensionierten Fettabscheider laufen, bevor es in einem Fäkalientank gelagert wird. Schmierfett aus der Küche verstopft nicht nur Rohre und Sensoren, sondern katalysiert auch den Abbauprozess von Schwefelwasserstoff, einem giftigen und extrem stinkenden Gas im Inneren der Fäkalientanks. Im schlimmsten Fall kann sich im Inneren der Vorratstanks Schwefelsäure bilden, die dann die Rohrleitungen angreift und zu einer Verschlechterung der Ablaufwerte führt.

Nicht zuletzt sollte die organische Belastung der Kläranlage überwacht und kontrolliert werden, um die zertifizierte organische Belastung zu erhalten. Die IMO Resolution MEPC.227(64) verlangt beispielsweise, dass eine Kläranlage die definierten Abwasserwerte auf der Grundlage eines TSS-Wertes (Total Suspended Solids) von ≥ 500 mg/l im Zulauf erzeugt. Unsere Abwasseraufbereitungsanlagen sind innerhalb dieser Parameter ausgelegt, jedoch mit einer Marge, die unterschiedliche Belastungssituationen zulässt. Der Betrieb der Anlage über einen längeren Zeitraum oberhalb dieser Spanne führt zu einer verminderten Reinigungswirkung und damit zu einer Verschlechterung der Ablaufqualität. Im Extremfall kann eine Überlastung zu einem vollständigen Ausfall der Anlage führen.

Für uns als Hersteller liegt es auf der Hand, dass wir die Planung und Auslegung einer Kläranlage nicht den Kunden überlassen und ihnen die Kläranlagen einfach verkaufen können. Ein wichtiger Teil unseres Geschäfts ist die Beratung. Je früher wir in ein Projekt eingebunden werden, desto besser können die Ergebnisse sein. Wir führen oft vor oder ganz am Anfang eines Projekts Workshops mit Schiffsdesignunternehmen und Schiffsarchitekten durch, um das Abwassermanagementsystem als Ganzes zu verbessern. Während der Detailkonstruktion arbeiten wir eng mit den Werftingenieuren zusammen, um die bestmöglichen Bedingungen an Bord zu schaffen, damit unsere Systeme ordnungsgemäß betrieben werden können.

Abwassermanagement ist mehr als eine Abwasseraufbereitungsanlage. Es ist ein Abwassermanagementsystem, das von Grund auf richtig konzipiert ist.

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